Johanniter im Einsatz in Köln
Rettungshundestaffel unterstützt Suche nach Vermissten (24. März 2009)

Es ist Dienstag, der 3. März 2009, als sich am frühen Nachmittag um 13.58 Uhr eine schreckliche Katastrophe in der Kölner Südstadt ereignet: Das Stadtarchiv an der Severinsstraße und ein angrenzendes Wohnhaus stürzen ein. Neben den Rettungskräften und der Feuerwehr aus Köln werden um 14.21 Uhr auch die Führungskräfte der Hilfsorganisationen durch die Leitstelle Rhein-Sieg informiert. Noch ist nicht klar, mit wie vielen Verunglückten vor Ort zu rechnen ist. Um 14.59 Uhr erreicht der Alarm auch die Rettungshundestaffeln. Unter der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes kommen auch Johanniter-Rettungshunde zum Einsatz: Einsatzführer Jörg Lütz, die Leiterin der Staffel, Christine Gebertz und vier Teams brechen nach Köln auf. Mit dabei: Torsten Rinne. Er und sein Hund Linus sind ein nach der gemeinsamen Prüfungsordnung geprüftes „Trümmerteam“, das für diese Art von Notfällen ausgebildet ist. Am Unglücksort angekommen heißt es für die Johanniter sich erst mal einen Überblick zu verschaffen. Dann beginnt das lange Warten am Rande der Unglücksstelle. Gegen 22.30 Uhr rücken sie wieder ab, an diesem Tag kamen ihre Hunde nicht zum Einsatz.
In den nächsten zwei Tagen wird in Köln fieberhaft an der Unglücksstelle gearbeitet. Die Suche nach den zwei Vermissten gestaltet sich weiter schwierig, der Einsatz ist für alle Beteiligten gefährlich. Am Freitag, den 6. März 2009 wird die Johanniter-Rettungshundestaffel gegen 19.19 Uhr noch einmal alarmiert. Wieder ist Torsten Rinne mit seinem Hund gefordert. Diesmal werden beide auf die Unglücksstelle gelassen. Da der Trümmerberg immer noch in Bewegung ist, schwebt eine Kran-Plattform über dem Schutt. Nur von hier aus kann Torsten Rinne seinen Hund vorsichtig über das rutschige Gelände dirigieren. Für das Team ein schwieriges Unterfangen, aber Linus meistert seinen Einsatz hervorragend. Präzise folgt er den Anweisungen und sucht die Trümmer ab. Dann beginnt es wieder zu regnen, Trümmerteile rutschen in den Kegel. Die Plastikfolie, die zum Schutz über der Unglücksstelle ausgebreitet wurde, birgt, weil sie nun glatt ist, ein großes Risiko für den Hund. Aber weder Linus noch die anderen Rettungshunde können an diesem Tag die vermissten Menschen finden. Und so rücken die ehrenamtlichen Johanniter spät nachts schließlich müde ab. Für den Regionalverband war der Einsatz trotzdem ein ganz herausragendes Ereignis. Vorstand Günther Krupp: „Wir sind stolz, eine so gut ausgebildete Staffel zu haben, die bei einem so schweren Einsatz professionell unterstützen konnte.“